Die Geschichte des Campings

Von der „Stoffvilla“ zum Luxusappartement auf Rädern

 

Die Geschichte des Campings ist spannend und faszinierend. Wer den Wohnwagen in Deutschland erfunden hat, das wissen wir nur allzu gut: Arist Dethleffs, unser Firmenpionier, auf den wir besonders stolz sind. Doch wie entstand eigentlich die Urlaubsform „Camping“?

Das Wort Camping stammt vom lateinischen Wort „Campus“ ab und bedeutet „Feld“. Mit “Camping” ist das Übernachten in der freien Natur zu Erholungszwecken und nicht das erzwungenermaßen Nächtigen im Freien gemeint. Als Urvater des Campings wird ein Brite namens Thomas Hiram Holding bezeichnet. Er reiste 1853 mit seiner Familie von Großbritannien über den Ozean und verbrachte mit ihnen in jungen Jahren mehrere Wochen am Ufer des Mississippis. Dort wurde vor allem im Freien geschlafen. Was damals eher eine Notwendigkeit, anstatt ein Hobby war, entwickelte sich in seiner Heimat schnell zur Leidenschaft. Statt die Übernachtungen in dem einfachen Konstrukt aus Stoff und Stangen als ein Muss zu betrachten, kombinierte er die Erfahrungen in der freien Natur mit mehrtägigen Kanu- und Radausflügen. Er schrieb diese in seinem Buch „Cycle and Camp in Connemara“ nieder, welches Anfang des 20. Jahrhunderts erschien und als erstes Camping-Handbuch der Welt gilt.

 

Wochenende und Sonnenschein – Camping wird zum Trend

Camping wird zum Trend in der Geschichte
Camping wird zum Trend in der Geschichte

Auch wenn sich die breite Campingbewegung in Deutschland erst nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte, hatte sie ihren Ursprung während der Goldenen Zwanziger Jahre. Die Menschen nutzen den neu gewonnenen Urlaubsanspruch (Urlaub gab es tatsächlich erst seit den 1920er Jahren)  sowie die kostengünstige Möglichkeit, sich in der Natur zu erholen. Man campte damals relativ einfach: mit Zelten und einfachen Gegenständen zur Erholung wie Faltbooten. Es entstand die sogenannte „Wochenendbewegung“ in der Geschichte des Campings.

Das Comeback des Campings

Nach einer Unterbrechung der Camping-Entwicklung während des Zweiten Weltkrieges, feierte die neuartige Urlaubsform mit dem Wirtschaftsboom Anfang der 1950er Jahre ein großes Comeback. Unmittelbar nach Kriegsende gründen sich die ersten echten Campingclubs und die Geschichte des Campings geht weiter. Die Alliierten unterstützen den Bau von offiziellen Campingplätzen. In den Folgejahren können sich immer mehr Deutsche ein Auto leisten und so kommt – zehn Jahre nach der Gründung der ersten Campingplätze – auch die erste große Campingwelle ins Rollen. Lieblingsziel der Deutschen: Bella Italia. Die beschwerliche Fahrt über die Alpenpässe wurde gerne in Kauf genommen, um das Dolce Vita – das süße Leben – im Süden zu genießen. Ob am Meer oder Gardasee, Camper gehörten immer mehr zum touristischen Bild der Heimat von Pizza und Pasta.

Noch mehr Reise-Inspiration findest Du in unserem Bericht über die Allgäu-Tour.

 

Camping – Jetzt auch mit Motor

Neben Wohnwagen und Zelten gab es in den 60er Jahren auch das erste Fahrzeug, das als Reisemobil genutzt wurde. Der „Bulli“ fand eine große Fangemeinde. In der Bundesrepublik sind Ende 1960 bereits über 20.000 rollende „Wochenendhäuser“ zugelassen.

Skizze des ersten motorisierten Freizeitmobils von Arist Dethleffs
Skizze des ersten motorisierten Freizeitmobils von Arist Dethleffs

Mitte der 1970er Jahre gibt es die ersten echten Wohnmobile mit fest eingebautem Mobiliar. Sie werden in der Folgezeit immer moderner ausgestattet und beginnen ihren Siegeszug in den 80er Jahren. Auch unser Firmenpionier Arist Dethleffs befasste sich mit der Idee eines motorisierten Freizeitmobils und skizzierte dazu bereits in den 50er Jahren die Idee eines Opel Blitz-Pritschenwagens mit darauf moniertem Wohnwagen.

 

 

20 Jahre später im Jahr 1977 bringt Arist das erste Reisemobil auf den Markt: 7,25 m lang und 69.900 Mark teuer sollte der Integrierte auf Mercedes-Benz-Fahrgestell sein. „Perfekt von außen und von innen“ titulierte damals die in- und ausländische Presse. „Schließlich werde einmal mehr gezeigt, dass sich der erste Wohnwagenhersteller Deutschlands allen fortschrittlichen Strömungen gegenüber aufgeschlossen ist.

Der Dethleffs Pirat - die erste Alkoven-Baureihe
Der Dethleffs Pirat – die erste Alkoven-Baureihe

Pionierleistungen waren zu allen Zeiten mit den Begriffen Dethleffs und Caravaning untrennbar verbunden. Allerdings gelingt Arist Dethleffs erst in den 80er Jahren mit dem Pirat der richtige Durchbruch im Reisemobilsektor. Denn der Markt für 70.000 Mark teure Wohnmobile war mikroskopisch klein.

1981 startete Dethleffs einen neuen Versuch. Als 1983 die erste Alkoven-Baureihe Pirat vom Band lief, startete die bis heute andauernde Erfolgsgeschichte der Dethleffs Reisemobile. Knapp über 110.000 Wohnmobile waren zu der Zeit mittlerweile in Deutschland zugelassen. Die Zuwachsraten der Jahre zuvor lagen bei zwischen 20 und unvorstellbaren 34 Prozent.

Zur Timeline der Dethleffs Entstehungsgeschichte >>

Neue Aufbauformen ergänzen die Geschichte des Campings

Das erste Dethleffs Wohnmobil mit Motor

In den 80er und 90er Jahren sind Reisemobile als Alkoven das Nonplusultra. Mitte der 90er Jahren gewinnen die Integrierten mehr Gewicht. Teilintegrierte kommen Ende der 90er Jahre aus der Nische und bereichern die Auswahl an Aufbauformen der rollenden Heime. Alle drei Aufbauarten prägen die Geschichte des Campings nachhaltig und sind bis heute zu finden. Ebenfalls Ende der 90er Jahre beginnt die Karriere der Campingbusse, den sogenannten Camper Vans, die gerade heute zu den beliebtesten Freizeitfahrzeugen gehören. Das motorisierte Reisen ändert auch das Camping. Städte und Gemeinden passen sich den neuen Freizeitmobilen an und bieten immer mehr Stellplätze zum einfachen Nächtigen für die Reisemobilisten. Auch Campingplätze rüsten für die neue Camper-Gruppe auf und bieten Entsorgungs- und Frischwasserstationen und spezielle Plätze für die beliebten Vehikel.

 

Glamping und Ecocamping – die Camping-Trends heute

Dank eines riesigen Marktes und einem vielfältigen Angebot an Ausrüstung und Ausstattung ist Camping heute so komfortabel wie nie. Immer mehr neue Reisetrends entstehen. Einer davon ist das Wintercamping, das gerade in den letzten Jahren unheimlich an Beliebtheit dazu gewonnen hat. Die Wintersportler genießen die Nähe von Stellplätzen zu Pisten und Loipen und ziehen immer öfter ein Wohnmobil dem Hotelzimmer vor.

Dethleffs Globetrotter XLi Edition 90 Interieur Modelljahr 2021
Glamping 2021: Dethleffs Globetrotter XLi Edition 90

Das Glamping – kurz für „Glamourous Camping“ – das seit Beginn des 21. Jahrhunderts vor allem vermögenden Reisenden eine Erweiterung des Erfahrungshorizonts verspricht, ist ebenfalls auf den meisten Campingplätzen angekommen. Komfort wie im Luxushotel, aber trotzdem noch Camping. Dieses Konzept zieht eine ganz neue Klientel an. Bei Dethleffs bedienen wir dies mit unseren Oberklasse-Wohnmobilen wie zum Beispiel dem Globetrotter XXL A und XL I.

Ein anderer Trend ist das “Ecocamping”: Knapp 230 Campingplätze in Deutschland, Italien, Österreich und der Schweiz dürfen sich inzwischen mit diesem Siegel schmücken. Sie achten auf einen geringen Energieverbrauch, reduzieren Abfallmengen und bauen ihre Anlagen barrierefrei. Gerade für Menschen, denen Nachhaltigkeit wichtig ist, ist dieser Trend hin zur Natur und den Erhalt derer eine wahre Freude.

 

Geschichte des Campings im Erwin Hymer Museum erleben

Seit 2011 können Camping-Fans ins Erwin Hymer Museum in Bad Waldsee pilgern und dort durch sechs Jahrzehnte Camping reisen. Über 80 historische Fahrzeuge zeigen auf 6.000 qm, wie Fortschritt die Art des Reisens verändert hat. Natürlich gibt es dort auch viele Dethleffs Fahrzeuge zu sehen, wie beispielsweise den Nachbau vom Arist Dethleffs Wohnauto.

Geschichte des Campings und Arist Dethleffs

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Anita Lorenscheit
Ich bin schon über 10 Jahre bei Dethleffs, verantworte den Pressebereich und bin praktisch auf einem Campingplatz aufgewachsen. Meine Oma – und jetzt mein Onkel – betreiben einen schnuckligen kleinen Campingplatz ganz in der Nähe und als Kind habe ich immer meine Ferien dort verbracht. Inzwischen bin ich selbst Mama, wohne mit meiner Familie im württembergischen Allgäu und genieße so oft es geht Zeit mit meinem Mann und meiner Tochter in der Natur. Dank meiner langjährigen Erfahrung im Bereich Camping & Caravaning kann ich auch die kompliziertesten Dinge einfach und präzise erklären, habe immer tolle Tipps & Tricks auf Lager, vor allem, wenn es um das Thema Camping & Familie geht!

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