Wintertipps: Wohnwagen & Wohnmobil einmotten

Wintertipps: Wohnwagen & Wohnmobil einmotten

Ab in den Winterschlaf

Selbst wir Allgäuer können verstehen, dass Wintercamping nicht jedermanns Sache ist. Solltest Du allerdings vorhaben, deinen Freund der Familie erst im Frühjahr wieder zu nutzen, dann gibt es für die Winterruhe ein paar wichtige Dinge zu beachten! Wir haben für dich zusammengestellt, wie Du beim Wohnwagen und Wohnmobil einmotten richtig vorgehst.

Spätestens wenn der goldene Herbst nicht mehr ganz so golden glänzt, beginnen viele Camper ihr Urlaubsgefährt einzumotten. Je nach Möglichkeiten steht der Wagen dann im Freien oder sorgfältig überdacht in einem Carport oder gar in einer trockenen Scheune. Zwar gibt es spezielle Hüllen als Wetterschutz für freistehende Fahrzeuge, ideal ist aber, wenn Reisemobil oder Caravan an einem geschützten Ort überwintern können.

Wohnwagen und Wohnmobil einmotten für den WinterVor der saisonalen Stilllegung empfiehlt sich übrigens noch einen Blick aufs Kennzeichen, denn steht womöglich ein Hauptuntersuchungstermin während der Ruhezeit an, ist es vernünftig jetzt noch bei TÜV, Dekra oder GTÜ vorzufahren. Das kann Ärger wegen überzogener Fristen bei der Wiederinbetriebnahme vermeiden.

Freizeitfahrzeuge mit Saisonkennzeichen dürfen außerhalb der auf dem Kennzeichen angegebenen Zulassungszeit übrigens nicht auf öffentlichen Verkehrsflächen abgestellt werden. Dazu zählt nicht nur das Parken am Straßenrand, sondern auch auf öffentlichen Parkplätzen. Außerdem dürfen abgekoppelte Caravans, selbst wenn sie ganzjährig zugelassen sind, höchstens für zwei Wochen am Straßenrand abgestellt werden. Man ist also gut beraten, sich rechtzeitig um ein vernünftiges Winterlager zu kümmern.

 

Einmotten bedeutet auch „Wert erhalten“

Beim Wohnwagen & Wohnmobil einmotten gilt es, die saisonale Pause 1. gewissenhaft vorzubereiten und 2.werterhaltend zu überbrücken. In der Vorbereitungsphase stehen einmalige Aktionen auf dem Programm, allen voran die gewissenhafte Außen- und Innenreinigung. Wer dabei im Clean-Park mit dem Hochdruckreiniger hantiert, sollte an Reifen und Fenstern besondere Vorsicht walten lassen: Beide reagieren auf den scharfen Hochdruckstrahl auf kurze Distanz empfindlich und können Schaden nehmen. Also bitte Abstand halten. Fahrzeuge mit Glattblechaufbau vertragen zusätzlich eine Konservierung und bei solchen mit GfK-Aufbau kann eine Politur dem Vergilben vorbeugen.

Kontrolliere beim Wohnwagen & Wohnmobil einmotten auch Radkästen und den Unterboden unbedingt auf Schmutznester. In denen bindet sich Feuchtigkeit, was Fäulnis oder Korrosion verursachen kann. Sinnvoll ist auch, bei dieser Gelegenheit Öffnungen und Rohre – wo möglich – gegen eindringende Klein- und Krabbeltiere zu verschließen.

Saisonkennzeichen vom Wohnmobil überprüfen
Wenn das Saisonkennzeichen abläuft, ist einmotten angesagt.

Bei der letzten Fahrt ins Winterquartier noch schnell an der Tanke vorbei, um den Reifen-Fülldruck um 0,5 bar zu erhöhen. Das hilft Standplatten zu vermeiden. Dennoch sollte das abgestellte Fahrzeug den Winter über aus gleichem Grund hin und wieder um ein paar Zentimeter bewegt werden. Wenn das Fahrzeug eben steht, immer die Feststellbremse lösen, dafür Gang rein und/oder Stützen runter und zusätzlich mit Unterlegkeilen sichern. Jetzt ist auch noch Zeit, bei Motorcaravans Frostschutz für Kühlwasser und Scheibenwischanlage sicherzustellen.

Für Tür-, Außenklappen- und Fenster-Dichtungen reicht die Behandlung mit einem entsprechenden säurefreien Gummi-Pflegemittel, welches das Anfrieren der Dichtungen verhindert und das Material elastisch hält. Dann gibt’s später auch keine Dichtheitsprobleme.

 

Wer im Winterquartier einen Stromanschluss zu Verfügung hat, nutzt die Ladefunktion der Bordelektrik, um die Batterien fit zu halten. Ansonsten empfiehlt es sich, Bordbatterien auszubauen, aufzuladen und frostsicher zu lagern. Steht ein Ladegerät mit Ladungserhaltung zu Verfügung, können die Akkus dauerhaft angeschlossen bleiben, ansonsten alle vier bis sechs Wochen nachladen.

Klar ist, dass Gasflaschen nur zugedreht, abgeklemmt und mit Schutzkappe bestückt im Fahrzeug überwintern. Achte darauf, dass dennoch die Zwangsentlüftung immer offen bleibt. Nachdem der Toiletten-Spültank (falls vorhanden) und die Cassette geleert wurden, räumt der Camper sein Fahrzeug so weit wie möglich aus. Vor allem Lebensmittel und Getränke nicht übersehen – Flaschen können beim Gefrieren platzen.

Beim Wohnwagen und Wohnmobil einmotten die Polster gut absaugen
Polster im Wohnwagen & Wohnmobil gut absaugen

Jetzt ist es an der Zeit, Teppiche und Polster gründlich abzusaugen und nach der Putzaktion von Wänden und Möbeln etwas abgerückt locker im Wagen aufzustellen. Den PVC-Boden und alle glatten Flächen können mit Seifenlauge oder einem milden Haushaltsreiniger gesäubert werden. Möbelklappen, Türen und natürlich der Kühlschrank bleiben nach der Reinigung offen stehen. So kann die Luft bestens zirkulieren.

Rechtzeitig vor Eintritt der Kälteperiode sollte das gesamte Frischwassersystem nicht nur komplett entleert, sondern auch gereinigt, desinfiziert, entkalkt und frostfest gemacht werden. Auch hierfür gibt es im Fachhandel spezielle Präparate.

Danach an allen Armaturen den Hebel auf Mittelstellung bringen und ganz öffnen. Achtung bei Wohnmobilen und Caravans mit Bordbatterie unbedingt die Pumpen elektrisch deaktivieren (Pumpenschalter, Pumpensicherung im Vorschaltgerät abziehen). Wer ganz sicher gehen möchte, bläst die Leitungen mit ölfreier Pressluft durch und befreit sie so von Wasserresten.

Wohnwagen & Wohnmobil einmotten: Sauberkeit, Schutz, Lüftung.

Um längerfristig Schäden am Fahrzeug zu vermeiden sind in Phase zwei regelmäßige Kontrollen empfehlenswert. Kleine Bewegungen, um Reifenstandplatten zu vermeiden, wurden bereits genannt. Ganz wichtig aber: richtig Lüften. Sitzt vom letzten Urlaub noch Feuchtigkeit in Holz, Polstern und Textilien, kondensiert diese bei sinkenden Temperaturen aus und kann zu Schimmel und Stockflecken führen. Erster Hinweis darauf: ein abgestandener, muffiger Geruch im Fahrzeug. Dagegen hilft regelmäßiges Lüften – alle vier bis sechs Wochen eine Stunde bei trockenem Wetter.

Luftentfeuchter sorgen beim Einmotten des Fahrzeugs für ein gutes Klima
Luftentfeuchter einsetzen für ein gutes Klima

Auch Luftentfeuchter gelten als probates Vorsorgeprogramm gegen Feuchtigkeit und Schimmelbildung wenn der Wohnwagen oder das Wohnmobil eingemottet werden. Sie sollten in Fahrzeugen, die nicht völlig trocken unter Dach stehen können, auf jeden Fall eingesetzt werden.

Für den Einsatz in Caravan oder Wohnmobil eignen sich drei unterschiedliche Wirkprinzipien: chemische Abtropfsysteme, regenerierbare Feuchtigkeitsbinder sowie physikalisch arbeitende Entfeuchter. Chemische Abtropfsysteme sind für den einmaligen Gebrauch ausgelegt. Ein wasseranziehendes Salz holt sich die Feuchtigkeit aus der Luft, schmilzt dabei und tropft als gesättigte Salzlösung in einen Auffangbehälter. Regenerierbare Produkte funktionieren beispielsweise mit Kieselgur, wobei die aufgenommene Feuchtigkeit beim Erwärmen im Backofen wieder abgeben wird.

Physikalische Entfeuchter arbeiten meist nach dem Kondensationsprinzip, wobei die Feuchtigkeit an einem Kälteelement auskondensiert und in einen Auffangbehälter abtropft. Dazu braucht es natürlich 230 Volt im Winterquartier und ab und an einen Blick auf den Wasserstand im Auffangbehälter. Was viele Besitzer einer Klimaanlage nicht wissen: Auch die entzieht der Luft Feuchtigkeit. Deshalb sollte sie selbst im Winterlager regelmäßig in Betrieb genommen werden.

Blitzsauber, gut geschützt und regelmäßig gelüftet – das sind beim Thema Wohnwagen und Wohnmobil einmotten die goldenen Regeln. Damit übersteht jedes Freizeitfahrzeug die Winterpause problemlos – und wird seinem Besitzer noch viele viele Jahre Freude machen.

Weitere praktische Wintertipps:

– Alles rund um die Winterreifenpflicht

– Die richtigen Reifen im Winter und woran Sie sich erkennen

– Schneekettenpflicht – welches Land sagt was?

– So stehen Sie richtig! Der richtige Stellplatz im Winter

– Prima Klima: Wohnwagen und Wohnmobil im Winter richtig heizen und lüften

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Nina
Hallo, ich bin Nina und großer Caravaning- und Camping-Fan. Schon als Kind bin ich mit meinen Eltern und meinem kleinen Bruder häufig zum Campen gefahren. Meistens waren wir am Gardasee oder an der französischen Küste unterwegs. Das "Hauptsache-Draußen-Sein-Gefühl" habe ich bis heute! In meiner Freizeit fahre ich Motorrad, gehe in den Bergen wandern oder kümmere mich um meinen Garten. Seit 2019 bin ich bei Dethleffs und blogge hier für Euch rund um das tolle Thema Caravaning & Camping!

8 Kommentare zu „Wintertipps: Wohnwagen & Wohnmobil einmotten“

  1. Günter Zuther

    Guten morgen,besitze einen Dethleffs Trend,3 jahre alt.Fahrzeug bei 4mon.Stillegung volltanken ?
    Bitte um Antwort.Danke.
    Mfg.G.Zuther

    1. Hallo Günter,
      vielen Dank für deine interessante Frage. Im Normalfall sagt man, dass man immer volltanken sollte, damit der Tank durch das Kondenswasser nicht rostet. Bei Dethleffs sind allerdings Kunststofftanks verbaut, sodass du dir da im Prinzip keine Sorgen mache musst. Wir würden dennoch empfehlen, über den Winter komplett vollzutanken – allerdings nicht zu früh, um zu vermeiden, dass du zu viel Sommerdiesel im Tank hast. Die Tankstellen stellen selbst auf Winterdiesel um. Damit machst du deinen Tank am besten komplett voll und schickst anschließend deinen Trend in die verdiente Winterpause.
      Viele Grüße und allzeit gute Fahrt,
      Nina vom Dethleffs Blog Team

  2. Julia und Fabian

    Guten Tag,
    wir besitzen einen Globebus I4 mit Saisonkennzeichen.
    Wir überlegen ob es reicht, die Reifen immer ein bisschen in der Winterpause ein paar Meter zu bewegen.
    Wäre es für den Aufbau und Federung schlechter Ihn Aufzubocken? Und sollte der Reifen noch Bodenkontakt haben?
    Oder Wären Luftkissen besser?
    Wir sind noch nicht so Camping Erfahren und überall wird was anderes Empfohlen.

    Eine wetere Frage wir haben Entfeuchtungskissen (Kieselgur) gekauft. Wie viele sollte man im Wohnmobil verteilen?

    Liebe Grüße und vielen Dank im vorraus 🙂

    1. Hallo Julia und Fabian,
      Ja, unseres Erachtens reicht es aus, die Reifen regelmäßig etwas zu bewegen. Den Luftdruck der Reifen könnt ihr noch etwas erhöhen. Aufbocken ist nicht unbedingt erforderlich, da das Fahrgestell ja für solche Belastungen gemacht ist. 🙂 Ein Bodenkontakt der Reifen würden wir für den Zeitraum der Winterpause definitiv empfehlen.
      Zu dem Entfeuchtungskissen können wir leider nichts konkretes sagen, dass kommt darauf an, wo steht das Fahrzeug untergebracht ist, in welcher Region man wohnt, etc. Wenn man regelmäßig zusätzlich noch durchlüftet sollte es aber keine Probleme mit Feuchtigkeit geben. Und regelmäßige Dichtheitsprüfung natürlich nicht vergessen. 🙂
      Viele Grüße, Nina vom Dethleffs Blog Team

  3. Wir haben unseren Pulse I 7051 in einer Scheune untergestellt. Leider haben wir da ein Gefälle. Die üblichen Keile reichen nicht aus umdas Fahrzeug ins Waagrechte zu bringen. Jetzt überlegen wir, ob wir nicht manuelle Hubstützen oder einfach fürs Überwintern 4 Unterstellböcke kaufen. Somit könnten wir auch die Reifen entlasten. Haben Sie da einen Hinweis ?

    1. Hallo Herr Gutöhrle,
      unseres Erachtens nach reicht es auch, wenn Sie den Luftdruck der Reifen zu erhöhen. Ob das Fahrzeug in der Waagrechten steht oder nicht, sehen unsere Fachkollegen nicht als Problem. Wenn Sie sich trotzdem zusätzlich Hubstützen wünschen, können unsere Händler hier am besten beraten. Ihm können Sie dann auch nochmal genauer den Neigungswinkel des Fahrzeugs beschreiben, damit er die Situation besser einschätzen kann.
      Viele Grüße, Nina vom Dethleffs Blog Team

  4. Ich möchte verhindern, dass sich im Winter Schimmel in meinem Wohnwagen bilden kann. Gut war der Tipp, dass ein Luftentfeuchter dabei helfen kann. Mit einem Gerät werde ich die Luftqualität in dem Wohnwagen überprüfen.

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